ARENA-Flair am Grenzadler

Modernisierung der LOTTO Thüringen ARENA am Rennsteig im Soll

Ein Ausnahmestadion für Weltklasseleistungen: Oberhof öffnete 1983 mit der Einweihung des damaligen Biathlonstadions anlässlich der Armeespartakiade die Tore zu internationalen Wettkämpfen. Für die WM 2004 wurde die Anlage in den Jahren 2001 bis 2003 umfangreich erneuert. Der Lohn: Mit der Fertigstellung des damaligen WM-Stadions hat der Reiz von Skiwettkämpfen in Oberhof stark zugenommen. Die Begeisterung der Fans und die einmalige Atmosphäre im „Kessel“ am Grenzadler ließen Oberhof zu einem Mekka des Biathlonsports werden. In Vorbereitung auf die Biathlon-WM 2023 wird die LOTTO Thüringen ARENA am Rennsteig nachhaltig umgebaut und modernisiert. Diese Maßnahme gilt als Basis, um den international gestiegenen Ansprüchen, nicht nur aus sportpolitischer Sicht, Rechnung zu tragen. Damit werden für alle Ski-Nordisch-Disziplinen die Bedingungen gestärkt – nachhaltig und zukunftsorientiert.

Bereits im Jahr 2019 konnten nach dem offiziellen Spatenstich am 17. September mit der neuen Buswendeschleife und dem zweiten Rettungsweg zwei wichtige Infrastrukturmaßnahmen erfolgreich abgeschlossen werden. Bestandteil des Gesamtprojektes zum Umbau der ARENA ist auch das neue Schneekonzept. Insbesondere der schwierige Biathlon-Weltcup im Januar 2020, der auch so manche Beanstandung des Weltverbandes IBU mit sich brachte, führte zu einem planerischen Umdenken auf Betreiberseiten. Im Ergebnis wurden die vorhandenen Schneedepots am Rande der ARENA effizient modernisiert sowie ein neues Schneedepot im ARENA-Streckensegment „Kulle-Kurve“ gebaut. Zusätzlich soll eine wetterunabhängige Schneelagerhalle entstehen, die perspektivisch die wetterunabhängige und ressourcenschonende Kunstschnee-Produktion ermöglicht. 

Die Modernisierung der ARENA wurde im April 2020 gestartet. Es war das Jahr des Ausbaus der Tribüne, des Baubeginns des Athletentunnel und der Rohbauten Schießstandgebäude (G5) sowie für das Technikgebäude (G6) samt Tribünenaufsatz, welches die einstige „Mobile Tribüne“ beerbt. Neben den umfangreichen Erd- und Rohbauarbeiten in der ARENA wurde auch das Streckennetz modifiziert. Im November konnte hier der erste Bitumen eingebaut werden. Im November wurde die modernisierte und angeglichene Haupttribüne fertiggestellt und die Grundlage für den mobilen Aufbau geschaffen. Damit bietet die imposante Tribünenanlage im Stadion künftig bis zu 16.500 Zuschauern Platz. Die Gesamtkapazität der LOTTO Thüringen ARENA am Rennsteig erhöht sich somit auf maximal 27.500 Zuschauer.

Unter einer Deckschicht verschwunden ist mittlerweile der neue Tunnelkomplex im Zentralbereich. Bemerkenswerte Rohbauten am Schießstand sowie des neuen Technik-Gebäudes zeigen indes bereits ihre gelungen architektonischen Konturen. Verschwunden ist indes die alte Stadionbrücke. Die imposante Holzkonstruktion wurde aufgrund von Sicherheitsaspekten, die mit der modifizierten Streckenführung einhergehen, zurückgebaut.  

Es sind bemerkenswerte Leistungen, die die Planer und bauausführende Baufirmen in Zusammenarbeit mit den Bauherren des Zweckverbandes Thüringer Wintersportzentrum im Jahr 2020, trotz zahlreicher Corona-Einschränkungen, Auflagen und so manch herausforderndem Oberhofer Bauwetter vollbracht haben. In den letzten Novembertagen und somit pünktlich zu den ersten Dezember-Schneeflocken wurde die Baustelle für die Wintersaison in Rekordzeit säuberlichst geräumt und versprüht bereits jetzt das avisierte ARENA-Flair. rk