DIE WELTCUPS VOR AUGEN, DIE DOPPEL-WM IM VISIER

Modernisierung der Oberhofer Spitzensportstätten

Foto:TWZ

Mit der Modernisierung der Oberhofer Spitzensportstätten rüstet sich Thüringen für eine erfolgreiche und nicht zuletzt nachhaltige Wintersportzukunft.  Mit Blick auf das WM-Jahr 2023 rücken dabei zwei Anlagen besonders in den Fokus.
Dass sich Oberhof im Jahr 2020 zum Magneten für so manche Baufirma gemausert hat, ist nicht von der Hand zu weisen. Insbesondere die umfangreichen Bau- und Modernisierungsmaßnahmen der WM-Sportstätten LOTTO Thüringen ARENA am Rennsteig sowie der LOTTO Thüringen EISARENA, aber auch der Bau des neuen Luxus-Hotels The Grand Green belegen diesen Trend sichtbar eindrucksvoll. Doch auch abseits der Großbaustellen wird fleißig gewirbelt, um Thüringens Wintersporthochburg ganzheitlich auf Spur zu bringen. 
„Um die erfolgreiche Thüringer Wintersportgeschichte weiterschreiben zu können, bedarf es Sportstätten, die den heutigen Herausforderungen und Ansprüchen gewachsen sind“, sagt Dr. Hartmut Schubert, Vorsitzender des Zweckverbandes Thüringer Wintersportzentrum (TWZ) und zugleich WM- und Oberhof-Beauftragter der Landesregierung. „Mit den aktuellen Modernisierungs- und Baumaßnahmen legen wir nicht nur den Grundstein für ein hoffentlich unvergessliches WM-Jahr 2023, sondern auch für die Zeit danach“, so Schubert weiter. 
Mit der LOTTO Thüringen ARENA am Rennsteig, der LOTTO Thüringen EISARENA Oberhof, den Schanzenanlagen im Kanzlersgrund (HS 140/ HS 100) sowie am Wadeberg (HS 70), der LOTTO Thüringen Skisport-HALLE, dem Sportplatz am Harzwald sowie der benachbarten Dreifelderhalle, verfügt und betreibt das TWZ Oberhof sieben Spitzensportstätten, die nicht zuletzt durch ihre räumliche Nähe ganzjährig beste Trainings- und Wettkampfbedingungen bieten – sowohl für Spitzenkader als auch die elementar wichtige Nachwuchsentwicklung. 
Investitionen in die sportliche Zukunft 
Einen besonders imposanten Einblick erhalten Zaungäste bereits jetzt beim Blick in die LOTTO Thüringen ARENA am Rennsteig. Die Weltcup-Sportstätte, die 1983 eingeweiht wurde und anlässlich der Armeespartakiade die Tore zu internationalen Wettkämpfen öffnete, verblüfft dabei mit einem neuen Erscheinungsbild, das zahlreiche Modernisierungs- und Baumaßnahmen in sich vereint.  
Während die Erweiterung der ARENA-Tribünen sowie der neu angelegte Athletentunnel bereits zum Doppel-Weltcup 2021 genutzt werden können, wurden das neue Schießstand- sowie Technikgebäude planmäßig im Rohbau gefertigt, ehe die vollständige Nutzung im vierten Quartal 2021 möglich ist. In enger Abstimmung mit dem Deutschen Skiverband (DSV) sowie der Internationalen Biathlon-Union (IBU) entstand zudem ein neues Loipennetz, das perspektivisch sechs anspruchsvolle Rundenformate bereithält. Das Gro der Baumaßnahmen wird bis zum Biathlon-Weltcup 2022, der zugleich als WM-Test gilt, abgeschlossen sein. Der Gesamtumfang der Maßnahmen, die vom Freistaat Thüringen und dem Bund gefördert werden, beläuft sich dabei auf 25,6 Millionen Euro. 
Nicht minder umfangreich gestaltet sich der Umbau der LOTTO Thüringen EISARENA Oberhof, die als zweite Kunsteisbahn der Welt 1971 eingeweiht wurde. „Die Bahn ist sowohl für den Spitzensport als auch die Entwicklung des Nachwuchses ungemein wichtig. Die durchgängige Belegung in der Wintersaison und bis zu 25.000 Abfahrten pro Saison bestätigen dies mehr als eindrucksvoll. Jedoch hinterlässt ein knappes halbes Jahrhundert eben auch seine Spuren und macht grundlegende Umbauten und Modernisierungsarbeiten unumgänglich“, bringt es Sportstättenchef Dr. Hartmut Schubert auf den Punkt. 
Die knapp 31,4 Millionen Euro umfassenden Maßnahmen – die unter anderem den bereits erfolgreich abgeschlossenen Bau einer zweiten Bahnstraße, die Verlegung des Haupteinganges, Gebäudeerweiterungen, die Installation eines neuen Bahndaches, Kurvenumbauten und energieeffiziente Profileinkürzungen, die Sanierung der tragenden Pendelstützen, den Rückbau diverser Altbauten sowie den Neubau eines Jugendleistungszentrums vorsehen – stoßen auch beim Sport auf jede Menge Zuspruch. „Ich bin mächtig beeindruckt von der neuen Bahn. Es ist gewaltig, was in den vergangenen Monaten alles gebaut und modernisiert wurde“, sagte Teamstaffel-Olympiasieger Johannes Ludwig am Rande des Oberhofer Rennrodel-Weltcups, der Mitte Dezember 2020 – und somit nur wenige Tage nach erfolgreicher Homologierung der Anlage – in Thüringens Wintersporthochburg absolviert werden konnte. 
Doch nicht nur die WM-Sportstätten behalten die Oberhofer Akteure im Blick. Die Komplettsanierung des Sportplatzes am Harzwald, die pünktlich zum Schuljahresbeginn 2020/21 erfolgreich abgeschlossen wurde, sowie die Installation der neuen Trainingsbeleuchtung im legendären Kanzlersgrund zeigen auf, dass sich in der kleinen Rennsteigstadt einiges bewegt, um der steten Entwicklung – die auch vor dem Sport keinen Halt macht – Rechnung zu tragen. „Aus sportlicher Sicht haben wir in Oberhof eine perfekte Infrastruktur, die es weltweit nur äußerst selten gibt. Das weiß ich zu schätzen und umso dankbarer bin ich für das, was hier vor Ort passiert“, sagt Biathlet Philipp Horn. 
Neues Energie- und Schneemanagement 
Und auch in puncto Energie- und Schneemanagement wird in Oberhof fortan nichts dem Zufall überlassen. Während die nachhaltig modernisierte Beschneiungs-Infrastruktur entlang des ARENA-Streckennetzes bereits zum Biathlon-Doppel-Weltcup 2021 genutzt und Schneereserven in das neue Streckendepot „Kulle-Kurve“ eingelagert werden können, befindet sich die nachhaltige Energiekonzeption in der finalen Planungsphase. Die energetische Ertüchtigung der Sportstätten soll dabei eine Vorreiterrolle in der avisierten klimaneutralen Region Oberhof einnehmen. Durch ökologisch und ökonomisch sinnvoll modular aufgebaute Maßnahmen sollen so unter anderem die Emission von Treibhausgasen deutlich gesenkt, der Energieverbrauch erheblich reduziert sowie erneuerbare Energiequellen verstärkt genutzt werden. rk